Tarmigt - Agdz - Zagora - Tamegroute - Tagounite - Ouled Driss - M'Hamid El Ghizlane

Tazentoute
Dienstag 03.02.2026: Tarmigt Camping Escale Ouarzazate, nördlich von Ouarzazate - stürmisch aber sonnig 16ºC
Wir bleiben heute hier und machen Molo. Ich bin mit Halsschmerzen aufgewacht und fühle mich nicht besonders gut. Volker hat draußen den Teppich ausgebreitet und genießt das herrliche Wetter, während ich es mir drinnen gemütlich mache und versuche, wieder zu Kräften zu kommen.
Trotzdem gab es heute ein kleines Abenteuer: Volker hat ein „Geheimtipp-Restaurant“ entdeckt — die Kasbah Tazentoute, versteckt in einem Dorf südlich von unserem Campground. Allein der Weg dorthin fühlte sich schon wie eine kleine Expedition an. Wir sind durch enge Gassen gelaufen, bis wir schließlich vor einer Tür standen, auf der zwar „open“ stand… aber weit und breit war niemand zu sehen. Wir riefen an. Am Telefon hieß es nur: „Ich komme gleich.“ Und tatsächlich: Kurz darauf kam eine Familie an, mit einem Baby — gerade einmal sechs Monate alt. Sie waren beim Arzt, zur Impfung.
Wir wurden herzlich von Abdu empfangen — und drinnen war es interessant für uns eingerichtet, wir waren natürlich die ersten Gäste! Wir saßen in einem großen marokkanischen Haus. Wir bekamen eine richtig gute Kefta-Tajine (Hackfleischbällchen) und dazu einen marokkanischen Salat, der mich ein bisschen an unseren Algarvia-Salat erinnert hat — nur anders angerichtet und mit ordentlich Kreuzkümmel.
Abdu sagte uns zum Abschied, dass wir die ersten Kunde seit einem Monat seien! Nun würde die Hochsaison endlich anfangen.
Und obwohl ich mich nicht ganz fit fühle, war dieser kleine Ausflug genau das Richtige: ein bisschen Bewegung, ein bisschen Staunen — und ein sehr gutes Mittagessen.
Mittwoch 04.02.2026: Tarmigt - Agdz (alt 940 m): 85 km - warm windig und endlich 25ºC
Heute ging es weiter: Wir sind durch den Anti-Atlas nach Agdz gefahren, immer entlang des Draa-Flusses. Die Strecke führt über den Tizi-n-Tinififft-Pass auf 1660 Metern — und wie so oft in Marokko ist schon allein die Fahrt ein Highlight.
In Agdz haben wir uns auf dem Camping Agdz eingerichtet. Ein wunderbar ruhiger Platz, sehr angenehm und gepflegt — sogar mit Strom.
Zum Mittagessen sind wir gleich nebenan ins Café-Restaurant Agdz gegangen, das von einem Belgier geführt wird. Und was haben wir gegessen? Natürlich Tajine — diesmal mit Rindfleisch, dazu ein warmer Auberginen-Salat.
Während ich mich anschließend weiter ausgeruht habe, hat Volker noch einen Spaziergang durch die Stadt gemacht. 30.6947ºN, 6.4563ºW
Donnerstag 05.02.2026: Agdz - Zagora CG (alt 717 m): 94 km - warm sonnig 25ºC
Heute haben wir den wöchentlichen Souk in Agdz besucht. Dort wird wirklich alles verkauft, was man sich vorstellen kann — Lebensmittel, Kleidung, Haushaltswaren, Werkzeuge… und leider auch Tiere. Einige davon wurden nicht gut behandelt, und das hat mir richtig wehgetan. So etwas lässt mich nicht einfach kalt, auch wenn es natürlich Teil dieser Märkte ist.
Danach ging es weiter nach Zagora. Dort haben wir uns auf dem Campingplatz „Le Jardin de Zagora“ eingerichtet. Wir wurden herzlich von Herrn Mohamed und seinen Söhnen empfangen — sogar mit Tee und danach einen Versuch, uns eine Wüstentour zu verkaufen ;)
30.3291ºN, 5.8329ºW
Freitag 06.02.2026: Zagora - Tamegroute - Tagounite - Ouled Driss - M'Hamid (alt 717 m): 94 km - sonnig aber windig mit Sandsturm 27ºC
Heute sind wir nach Tamegroute gefahren. Gleich am Anfang habe ich erst einmal etwas dort Obst gekauft – und super-billige schwarze Halls, die brauche ich für meinen Hals!
Danach hielten wir bei der berühmten Kasbah und gleichzeitig Keramik-Manufaktur. Es war richtig spannend: Unser netter Guide Abdelkhablik führte uns durch die verrückten, unterirdischen Gänge der großen Kasbah – ein echtes Labyrinth. Das Beeindruckendste: Dort leben noch Menschen.
Besuch der Keramik-Manufaktur. Alle arbeiten da wie vor 200 Jahren. Besonders bekannt ist die typische grüne Glasur, deren Farbton je nach Brennvorgang leicht variiert. Natürlich konnte ich nicht widerstehen: Eine grüne Tajine musste unbedingt mit.
Dann ging es weiter – durch die spektakuläre Landschaft rund um Tagounite – bis nach Ouled Driss. Dort haben wir bei Mustafa zu Mittag gegessen. Die Portionen waren gigantisch! Es gab Hähnchen-Tajine (und ja, natürlich mussten wir dafür wieder ungefähr eine Stunde warten). Aber damit nicht genug: Danach wollte Mustapha uns auch noch Couscous anbieten, den seine Mutter zubereitet hatte.
Zur Nachspeise gab es Clementinen und die guten kleinen marokkanischen Bananen – aber da war wirklich nichts mehr zu machen. Ich war völlig satt.
Am Nachmittag fuhren wir weiter nach M’Hamid – mitten in einen Sandsturm hinein. Erst gegen 18 Uhr legte sich der Sturm endlich. Jetzt stehen wir wunderschön unter Palmen, ganz ruhig… ohne Strom, dafür mit dieser einzigartigen Wüstenstimmung. Auberge El Khaima (100 MAD/Nacht ohne Strom) 29.8204ºN, 5.7217ºW
Samstag 07.02.2026: M'Hamid CG - 26ºC sehr schön, kurzzeitig windig
Volker hat heute Morgen eine kleine Fahrradtour zu den hinter den Sanddünen versteckten alten Ksour gemacht. Danach sind wir die Strecke gemeinsam noch einmal gefahren – und haben sie deutlich ausgeweitet.
Unser Weg führte uns vorbei an authentisch bewohnten Kasbahs und Ksour (befestigten Dörfern),
Was uns besonders fasziniert hat, war die kulturelle Vielfalt auf engstem Raum. Nur wenige Kilometer voneinander entfernt begegnet man völlig unterschiedlichen Traditionen: In einem Dorf sieht man die Frauen nur schwarz gekleidet und verschleiert, während im nächsten Ksar farbenfrohe Gewänder und offene Gesichter das Straßenbild prägen.
Dann erreichten das Camp Jamal erreichten (30 MAD pro Person). Die Familie lebt bis heute auf dem historischen Gelände, und sogar die Grabstätte (Marabout) des Stammesältesten befindet sich direkt dort. Wir bekamen ganz nebenbei einen sehr direkten Einblick in das Leben in ihrem traditionellen Lehmhaus. Bei einem Tee konnten wir die einfachen Verhältnisse in Ruhe sehen. Na ja: Die hygienischen Bedingungen dort sind eher rustikal und laden nicht unbedingt dazu ein, dort zu essen.
Nachdem wir – wahrscheinlich zum ersten und letzten Mal auf dieser Reise – draußen gegrillt haben, ließen wir den Nachmittag entspannt ausklingen. Zusammen mit unseren jungen Nachbarn Anja und Jonas und ihrem geretteten kleinen Welpen aus Zagora.
| Camping Escale Ouarzazate |
Pool im Camping: Blick auf die verschneiten Berge der Hohen Atlas
Tazentoute
Vor dem Restaurant Kasbah Tanzentoute
Kasbah Tazentoute - Abdu präpariert den Tee: 3 x muss er aufgegossen werden.So sieht es in der Kasbah Tazentoute aus
Schule im Dorf Tazentoute
Schule im Dorf Tazentoute
Agdz
Unsere Tajines im Restaurant Agdz