Larache - Kasbah Talouet - Ighrem N'Ougdal - Tarmigt Camping Escale de Ouarzazate

Wenn dieser LKW über eine Bodenwelle fährt, möchte man nicht das Auto dahinter sein.

Sonntag 31.01.2026: Larache -  Rastplatz Moulay Bousselham - Rastplatz Station Service Petrom Oum Rabiaa bei Machraa Ben Abbou (alt 232 m): 370 km - sehr schön warm, teils sonnig, teils bewölkt 20ºC

Heute war unser erster Stopp: der Marjane-Supermarkt. Was für ein Erlebnis! Zuerst dachten wir, der Laden sei noch geschlossen – auf dem riesigen Parkplatz standen nur zwei Autos. Doch weit gefehlt: drinnen erwartet uns ein moderner, gepflegter Supermarkt mit allem, was man sich nur wünschen kann – sogar viele Produkte aus dem Ausland.

Da die Straßen nach Fès derzeit durch Überschwemmungen teilweise unpassierbar sind, haben wir spontan umgeplant und beschlossen, direkt nach Süden zu fahren. Vielleicht klappt der Besuch in Fès ja auf dem Rückweg.


Unsere Fahrt führte uns Richtung Marrakesch, mit einem längeren Zwischenstopp am Rastplatz Moulay Bousselham. Dort bekam unser Kleini eine Mini-Wäsche (70MAD, ca.7€), während wir im angrenzenden Restaurant eine köstliche Tajine genossen. Das Lokal war überraschend schön eingerichtet, blitzsauber und der Service ausgesprochen freundlich – auch wenn alles ein bisschen länger dauerte, hat es sich wirklich gelohnt.


Weiter ging’s anschließend über die Autobahn Casablanca–Marrakesch bis zur Station Service Petrom Oum Rabiaa, wo wir für die Nacht Halt machten. Ein schöner, ruhiger Platz abseits der Straße – perfekt zum Übernachten. Besonders charmant: der kleine Kiosk Carmen, der hervorragendes mexikanisches Essen anbietet (leider heute ohne Tortas 😔). Volker gönnte sich bei Venezia drinnen ein leckeres Eis – ebenfalls sehr empfehlenswert. Die Übernachtung hier ist kostenlos, aber es war schon laut mit den LKWs dia ankamen und wegfuhren. 32.6319°N,7.7961°W.

Montag 01.02.2026: Rastplatz Station Service Petrom Oum Rabiaa bei Machraa Ben Abbou - Taddert II - Kasbah Talouet - Ighrem N'Ougdal - Tarmigt Camping Escale de Ouarzazate (alt 1208 m): 355 km - Wettermäßig wir haben alles heute durchgemacht: von 4ºC bis 15ºC Sonne, Regen, Sturm, Nebel

Heute stand die Fahrt über den Hohen Atlas auf dem Programm – eine beeindruckende Strecke mit Kurven, Panoramen und wechselnden Landschaften, wie gemalt. Mittags haben wir in TaddertII im Restaurant Es-salam Halt gemacht. Diesmal keine Tajine, sondern gegrilltes Fleisch – die Spezialität des Hauses – und endlich gab es auch den echten, nicht so süßen marokkanischen Tee, den wir so lange vermisst hatten. Wir haben im "Einheimischen"-Raum gespeist. Das Restaurant hat auch nocht eine Terrasse und weitere Räume ueber den Fluss Oued Ghdat.


Danach ging es weiter über den Pass Tizi n'Tichka (2.225 m) in Richtung Telouet. Den kleinen Umweg von 40km durch das faszinierende Ounila-Tal haben wir gern in Kauf genommen – die Strecke ist landschaftlich absolut lohnend. In Telouet besuchten wir die Kasbah, ein prachtvolles, aber teils verfallenes Relikt aus der Zeit des mächtigen Paschas ElGlaoui. Nach dem Ende des französischen Protektorats 1956 ging sein gewaltiger Besitz an den Staat über, und vieles verfiel mit der Zeit. Nur drei Säle sind heute gut erhalten – und schon diese machen den Besuch mehr als wert.


Anschließend wollten wir eigentlich noch den alten Getreidespeicher in IghremN’Ougdal besichtigen, und da wurden wir überraschenderweise an einer Straßensperre wirklich von einem Polizisten angehalten.

Als er uns bat, das Fenster zu öffnen, und Volker ihn nett auf Englisch begrüßte, verzog er sein Gesicht… und winkte uns zum Weiterfahren. 

Doch der Weg dorthin hielt eine kleine Überraschung bereit: Eine Straßensperre. Als uns der Polizist herauswinkte, kurbelte Volker das Fenster herunter und begrüßte ihn mit seinem freundlichsten ‚Hello!‘. Der Beamte verzog kurz das Gesicht und winkte uns mit einer resignierten Handbewegung direkt weiter. Anscheinend war ihm die Aussicht auf eine englische Diskussion doch zu anstrengend!


Der Getreidespeicher war leider wieder nicht zu besuchen, denn es wird zurzeit nach einem Erdbeben repariert.

Von Ighrem N’Ougdal aus ging es direkt Richtung Ouarzazate, doch wir machten einen willkommenen Stopp beim Camping Escale de Ouarzazate. Hier ist es herrlich ruhig und einladend – wir freuen uns schon auf ein entspanntes Molo. 30.9745ºN, 7.0979ºW

Rastplatz Moulay Bousselham

Unser Kleini wird gewaschen

Tajine vom Chef im Restaurant von diesem Rastplatz

Rastplatz Oum Rabiaa bei Machraa Ben Abbou 
Zuerst war der Platz leer, dann voller LKWs – die Nacht war dann doch laut

So schick sehen die Rastplätze aus, aber der Müll draußen... 😱


Hoher Atlas-Gebirge
Toufliht - typisches Berber Dorf

Geht vielleicht noch mehr?

Da fahren wir jetzt hinein

Überall bekommt man guten Kaffee, wie hier auch aus dem Wagen!


Und so sind wir über über den Hohen-Atlas-Gebirge mit Schnee gefahren

Talouet Kasbah
Die Kasbah von Talouet heute und damals

Kasbah Telouet wird nicht von der Glaoui-Familie restauriert. Nach dem Machtverlust der Familie in den 1950er Jahren wurde sie vom Staat beschlagnahmt und verfiel größtenteils. Die Kasbah war Stammsitz der einflussreichen Glaoui-Familie, die durch Karawanenhandel und Salzminen reich wurde. Nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 galten sie als Kollaborateure der Franzosen, weshalb ihre Besitztümer eingezogen wurden. Heute gehört sie dem Dorfrat von Telouet, und nur ein kleiner Teil (z. B. einige prächtige Zimmer mit Zellij-Dekoration) ist für Touristen restauriert. Große Teile sind Ruinen, da keine umfassende staatliche oder familiäre Instandsetzung erfolgt. Lokale Kooperativen oder private Spenden (z. B. Eintrittsgelder) finanzieren minimale Arbeiten, aber Erosion und das Erdbeben 2023 haben Schäden verstärkt.


Sieht das nicht künstlich aus?